Schattenseiten

Wie die Welt wohl vor 500 Jahren war? Ohne Autos, ohne Elektrizität...? Vor 500 Jahren hat sich im religiösen Bereich viel verändert - die evangelischen Kirchen haben sich entwickelt. Entscheidend mitgewirkt hat der Schweizer Theologe Ullrich Zwingli - in dessen Leben es aber auch Schattenseiten gibt.

Morgengedanken 11.10.2018 zum Nachhören:

Auf den Spuren Ulrich Zwinglis führte uns eine Pressereise vor einigen Tagen nach Zürich. Zwingli wirkte seit 1519 in der Stadt und erneuerte sie. Deshalb wird die evangelisch-reformierte Kirche das Jahr 2019 als Zwinglijahr begehen.

Thomas Hennefeld
ist Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich

In der Limmat ertränkt

Die Limmat, die durch Zürich fließt, gibt dieser Stadt einen besonderen Charme. Für eine Gruppe weckt sie aber auch ganz negative Gedanken, nämlich für die Täufer. In Zürich entwickelte sich im 16. Jahrhundert eine Strömung, der die Reformation Zwinglis nicht weit genug ging. Sie wollten eine radikalere Reformation einführen, was zu teilweise anarchischen Zuständen führte. Über einen der Rädelsführer verhängte der Stadtrat unter Mitwirkung Zwinglis die Todesstrafe. Felix Manz wurde in der Limmat ertränkt. Heute erinnert ein Gedenkstein an dieses Verbrechen.

Glaubwürdig kann man den eigenen Glauben nur leben, wenn man auch die Schattenseiten nicht verdrängt. Nur in der Buße ist es möglich, sich mit dem anderen zu versöhnen.