„Etwas Tapferes“

Vor 500 Jahren hat er gelebt: der Theologe Ulrich Zwingli. Er war zunächste katholischer Geistlicher, trug aber dann entscheidend zum Entstehen der evangelischen Tradition bei. Er wurde also ein sogenannter Reformator.

Morgengedanken 12.10.2018 zum Nachhören:

Im Rahmen einer Pressereise begaben wir uns an die Orte der evangelisch-reformierten Reformation in Zürich. Seit 1519 reformierte Ulrich Zwingli die Stadt.

Thomas Hennefeld
ist Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich

Nein zu Unrecht

In der Sakristei im Großmünster, der Wirkungsstätte Ulrich Zwinglis, findet sich ein gemaltes Zitat an der Wand. Da heißt es: „Tut um Gottes Willen etwas Tapferes“. Tapfer und mutig war Zwingli vom Anfang an. Er hat die Missstände, die Doppelmoral und Verlogenheit gesehen und bekämpft. Zwingli hatte mächtige Gegner, allen voran den Bischof von Konstanz, dem er unterstand. Aber der Reformator ließ sich nicht einschüchtern. Einem Christ steht es gut an, etwas Tapferes zu tun, auch wenn das Wort selbst altmodisch klingt. Was wir lernen können von diesem originellen Zürcher Reformator: dass auch wir uns nicht beeindrucken lassen sollen von allen möglichen Mächten, in Zeiten von Hass-Postings und Fake-News.

Es gilt Nein zu sagen zu Unrecht und Heuchelei und einen klaren und nüchternen Blick zu behalten auf das, was ist.