„Das Gute behaltet!“

Der letzte Monat im Jahr ist für viele Menschen eine Zeit der Überforderung: Rückstände in der Arbeit müssen abgearbeitet werden, zu Hause beginnt der Vorweihnachtsstress.

Morgengedanken 3.12.2018 zum Nachhören:

In der Adventzeit wird BeSINNung gefordert. Das kann als Fest der Sinne interpretiert werden: Glitzerglanz und Musik überall, der Duft nach Vanille und Zimt, der Geschmack von Punsch und Maronen und das Hohoho rotnäsiger Kaufhausweihnachtmänner ... oder aber als Sinnsuche: Nachdenken und nachfühlen, wie das Jahr war – was gut war und wiederholt werden soll, was schlecht war und verändert gehört, aber auch sich selbst und anderen zugeben, was man verabsäumt hat.

Rotraud Angelika Perner
ist evangelische Theologin und niederösterreichische Hochschulpfarrerin im Ehrenamt

Stille genießen

„O lieb‘, solang du lieben kannst! O lieb‘ solang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, wo du an Gräbern stehst und klagst!“, heißt es in dem gleichnamigen Gedicht von Ferdinand Freiligrath. Lieben – das bedeutet innehalten und spüren, wer und was einem wichtig ist, und wofür man Zeit aufwenden will.

Manche Menschen suchen deswegen leere Kirchen auf – um die Stille zu genießen, und die Ruhe, und die Langsamkeit, und im Hier und Jetzt ihr Herz zu spüren und ihren Atem fließen lassen und in die Entspannung zu gleiten. Advent heißt ankommen. Auch bei sich selbst.