Es muss nicht alles Spaß machen

Das Leben ist bunt - und viel ist von Lebensqualität, Work-Life-Balance, Fun und ähnlichem die Rede.

Morgengedanken 15.6.2019 zum Nachhören (bis 14.6.2020):

Wir leben in einer Spaßgesellschaft. Alles muss Spaß machen. Die Schule soll Spaß machen, der Beruf auch, die Beziehung muss Spaß machen, das Hobby sowieso. Immer Spaß.

Mag. Elvira Mihalits-Hanbauer
ist Wirtschaftspädagogin an der Handelsakademie in Mattersburg und im Pfarrgemeinderat der Pfarre St. Sebastian Rohrbach im Burgenland tätig.

Von der Freude zum Spaß

Und was nicht Spaß macht, legt man einfach ab, legt es zur Seite, gibt es auf. Die Schule kann man abbrechen, wenn sie keinen Spaß macht, den Beruf kann man wechseln und die Beziehung beenden, dann ist der Spaß vorbei. So einfach ist das! Aber ist es so einfach? Muss im Leben wirklich alles Spaß machen? Meine Antwort auf diese Frage lautet: Nein! Spaß muss es nicht machen, aber Freude soll es bereiten. Für mich liegt hier ein großer Unterschied. Spaß ist für mich kurzfristig, oberflächlich, schnell da und schnell wieder vorbei.

Freude hingegen ist etwas, was meinem Leben Sinn gibt, was mich Tag für Tag stärkt, Freude am Beruf bereichert mein Leben, Freude am Lernen in der Schule bringt mich weiter, Freude an der Beziehung lässt mich am Du wachsen, Freude ist nachhaltig. Sie haben aber Recht, manchmal ist es nur ein Schritt von der Freude zum Spaß, aber wenn der Spaß dann vorbei ist, dann soll die Freude noch nachwirken. Genauso stelle ich mir das vor - und da verstehe ich keinen Spaß.